5 Faktoren, die eine starke Marke ausmachen

Der Markt ist übersättigt mit Produkten und Marken, täglich werden neue Marken lanciert. Alleine in Österreich gab es 2017 5.541 Markenanmeldungen, in Deutschland waren es mehr als 50.0001. Nur verständlich, dass der Konsument mit dem Dschungel an Markenversprechen überfordert ist. Durch die multiplen Touchpoints mit den Konsumenten ist es umso wichtiger für Unternehmen, starke Marken zu entwickeln. Was macht eine starke Marke überhaupt aus?

Faktoren einer starken Marke

#1 Authentizität

Falsche Versprechen sind in Zeiten der Transparenz durch Social Media & Co. nicht nur out, sondern können einer Marke ziemlich schnell das Genick brechen. Der Konsument erwartet Echtheit und das Erfüllen nicht nur der Versprechen, sondern auch der Erwartungen. Faktoren wie Zuverlässigkeit vor allem was die Qualität betrifft und der Umgang mit dem Konsumenten hinsichtlich seiner Daten spielen eine wichtige Rolle in der Beurteilung, ob eine Marke als authentisch wahrgenommen wird. Lt. Studie von Cohn & Wolfe2 führten 2017 in Deutschland Lindt, Miele und BMW die Liste der authentischsten Marken an, weltweit sind es Amazon, Apple und Microsoft.

Mein Tipp: Vermeiden Sie undurchsichtige oder falsche Versprechen. Bringen Sie Persönlichkeit in Ihren Auftritt, um dadurch die Authentizität zu verstärken. 

#2 Einzigartigkeit

Durch die Markenvielfalt und leichte Austauschbarkeit mit anderen ist eine Differenzierung umso wichtiger. Durch Einzigartigkeit vermittelt eine Marke einen besonderen Nutzen, den der Konsument mit einem Produkt hat. Dieser besondere Nutzen ist ein klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber vergleichbaren Produkten und hat das Ziel, den Kunden zu überzeugen, es anderen Produkten im Markt vorzuziehen. Das Alleinstellungsmerkmal muss natürlich etwas sein, das der Kunde als Vorteil gegenüber anderen wahrnimmt und erkennt. Die Frage nach dem USP sollte innerhalb des Unternehmens schnell und eindeutig beantwortet werden können.

Mein Tipp: Machen Sie die Probe und fragen Sie Ihre Mitarbeiter nach dem Alleinstellungsmerkmal Ihrer Marke, Ihres Produkts, Ihres Unternehmens. Wenn es zögerlich kommt, empfehle ich Ihnen, dies mit den Mitarbeitern zu diskutieren. Vielleicht liegt es nur an einer mangelnden internen Kommunikation der Unternehmensstrategie.

#3 Ein aussagekräftiges Branding

Wer kein Branding hat, wird von außen gebrandmarkt – wer möchte das schon? Nur weil man ein Logo hat, hat man noch lange kein Branding. Erst wenn man das Branding mit einer Marke assoziiert, kann man von aussagekräftig sprechen. Dazu kommen noch Faktoren wie Emotionen, die beim Konsumenten geweckt werden, wenn er mit der Marke in Kontakt tritt. Ein gutes Branding spiegelt die Unternehmenswerte und Strategie wider und die Unternehmenskommunikation geht damit Hand in Hand. Und somit liegen die Vorteile auf der Hand: Der Wiedererkennungswert beim Konsumenten erhöht sich, Marken schaffen Vertrauen und Konsumenten greifen zu Marken mit positiven Assoziationen.

#4 Verständlichkeit

Eine Marke muss klar und verständlich ihre Vorteile und Qualitäten kommunizieren. Wenn ein Konsument oder gar die eigenen Mitarbeiter sie nicht verstehen, wird’s schwierig, im Markt durchzudringen und Erfolg zu haben. Daher ist es wichtig, die Marke verständlich zu positionieren. Konsumenten lieben Klarheit und möchten auf einen Blick erkennen, wofür eine Marke steht, was sie verspricht und welchen Nutzen sie bei der Verwendung haben.

Mein Tipp: Befragen Sie Ihre Mitarbeiter und Kunden, ob sie die Vorteile, den Nutzen verstehen. Als kreativer Kopf und Gründer hat man schon oft einen Tunnelblick. Für einen selber ist das Produkt klar verständlich, man hat es ja selber entwickelt. Aber ist es das auch für andere?

#5 Konsistenz

Bei allen kreativen Ideen – Konsistenz ist ein extrem wichtiger Faktor, den ich meinen Kunden immer mit auf den Weg gebe. Als Neuling am Markt muss man natürlich einiges ausprobieren. Das bedeutet aber nicht, dass man sich an Strategie und Branding heute so und morgen so orientieren soll. Daher sind eine klare Markenstrategie und ein dazugehöriges Branding von Beginn an so wichtig. Ein Markenversprechen wird einmal definiert und dann über alle Berührungspunkte einheitlich und konstant kommuniziert. Nur so funktioniert à la longue ein erfolgreicher Markenaufbau.

 

Als Expertin für Markenführung und -strategie möchte ich allen, die am Beginn des Markenaufbaus stehen, den Tipp mitgeben, strukturiert an einer klaren Positionierung zu arbeiten. Überlegen Sie sich genau, welche Eigenschaften Ihr Unternehmen transportiert, wofür es steht, welche Werte es vermittelt und vermitteln möchte. Kommunizieren Sie die Unternehmensziele, die Positionierung und das Alleinstellungsmerkmal klar an Ihre Mitarbeiter und zwar an alle. Ich habe schon oft erlebt, dass Mitarbeiter nicht genau wussten, wofür die Marke, für die sie arbeiten, eigentlich genau steht.

 

Quellen:

https://www.dpma.de/dpma/veroeffentlichungen/statistiken/marken/index.html, https://www.patentamt.at/fileadmin/root_oepa/Dateien/Allgemein/Statistiken/Patentblatt_Mai2017_Statistik_Übersicht.pdf
2 http://www.authentic100.com
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